Wer wir sind – ein Interview mit Patrick Ludwig über die Entstehungsgeschichte der Düsselschmiede

Der Flughafen, die Messe, die Rheinische Post Mediengruppe, die Stadtsparkasse und die Stadtwerke Düsseldorf – zusammen bilden wir die Düsselschmiede. Doch was steckt eigentlich hinter unserem lokalen Verbund und welche Ziele verfolgen wir? Patrick Ludwig, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, gibt im Interview Auskunft – und Du lernst unsere Entstehungsgeschichte und uns als Düsselschmiede kennen.

Wie kam es zu der Idee, die Düsselschmiede zu gründen?

Wir Geschäftsführer der fünf Unternehmen sitzen immer mal wieder zusammen und diskutieren über relevante Themen innerhalb unserer Branchen – so auch an dem Entstehungstag der Düsselschmiede. Ich thematisierte vor allem den rasanten Wandel in der Medienbranche, der die Rheinische Post Mediengruppe vor Herausforderungen stellt. Das klassische Printgeschäft verschiebt sich zunehmend in digitale Bereiche. Durch die Digitalisierung verändert sich auch der Arbeitsmarkt immer stärker, zudem sind dringend neue Geschäftsmodelle notwendig. Die Rheinische Post Mediengruppe zum Beispiel soll in Zukunft nicht mehr nur publizistisch wahrgenommen werden. Blicken wir auf den Standort Düsseldorf haben wir hier alleine rund 1.100 Mitarbeiter. Wir sind ein starkes Wirtschaftsunternehmen und weitaus mehr als „nur“ ein Zeitungshaus. Daher sind wir durchaus daran interessiert, auch abseits unseres klassischen Mediengeschäfts zu investieren.

So sprach ich Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, offen und ehrlich an. Ich fand es schade, dass die Stadtwerke den Elektroroller eddy gemeinsam mit einem Berliner Start-up auf die Düsseldorfer Straßen gebracht haben, ohne uns vorher zu fragen, ob wir an diesem Projekt nicht auch Interesse hätten und mitmachen wollen. Da nahm die Diskussion eine andere Richtung. Denn ab diesem Punkt haben wir uns gefragt, warum wir losgelöst voneinander lokale Mobilitätskonzepte oder auch andere Modelle gestalten, anstatt unsere Kräfte zu bündeln.

Warum diese fünf Traditionsunternehmen?

Wir als Rheinische Post sind täglich mit 3.500 Zustellern durch Düsseldorf und Umgebung unterwegs. Die Stadtwerke fahren jeden Tag mit ihren Autos durch die Landeshauptstadt und sind mit jedem Haushalt verbunden. Die Stadtsparkasse hat die Konten und der Flughafen sowie die Messe Düsseldorf bringen das Internationale nach Düsseldorf. Wir sind alles starke und führende Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf und können gemeinsam mehr bewegen als alleine. Und genau das war der Grundgedanke für die Düsselschmiede – wir wollen Düsseldorf gemeinsam stärker machen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen ,,Düsselschmiede‘‘ und dem dazu gehörigen Logo?

Hinter dem Logo und dem Namen verbirgt sich ein langer Prozess (*lacht*). Erst ging die Suche nach einem Namen los. Neben der Bezeichnung ,,Düsselschmiede‘‘ gab es noch weitere potenzielle Ideen, die wir aber aus juristischen Gründen nicht verwenden durften. Ich finde, jetzt passt aber alles. Wir schaffen mit dem Namen nicht nur den lokalen Bezug zu Düsseldorf, sondern zeigen gleichzeitig, dass bei uns geschmiedet und neues geschaffen wird. Nach der Namensfindung wurden verschiedene Logos designt. Das Logo sollte ebenfalls die Nähe zu Düsseldorf widerspiegeln – und was verbinden wir natürlich sofort mit Düsseldorf? Die Düsseldorfer Altstadt als längste Theke der Welt und natürlich das Altbier! Jeder Düsseldorfer weiß, was es bedeutet, längere Zeit an der Theke zu sitzen. Der Alkoholpegel steigt nicht nur, auch die Striche auf dem Bierdeckel summieren sich (*lacht*). Dabei entstehen an der Theke aber oft auch die besten Ideen, so ist das bei uns im Rheinland. Und genau deshalb haben wir uns für die Bierdeckel-Optik entschieden. Die Striche stehen in erster Linie für die fünf Gründungsunternehmen. Sie sollen aber auch symbolisieren, dass wir keine Abneigung haben, mit weiteren Unternehmen zusammen zu arbeiten. Ich finde, es ist fabelhaft rübergekommen und sieht auch schick aus.

Welche Aufgaben und Ziele hat die Düsselschmiede?

Wir wohnen in einer rasant wachsenden Stadt, was immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringt. Diesen wollen wir uns gemeinsam als Düsselschmiede stellen. Es gibt viele Themen wie Arbeitgeberattraktivität, Logistik, Umwelt oder auch Mobilität und Verkehr, mit denen wir uns in Zukunft intensiv beschäftigen werden. Die Stadtwerke Düsseldorf haben das Thema Mobilität zum Beispiel früh erkannt. Sie sind uns anderen beteiligten Unternehmen in diesem Bereich ein Stück voraus. Dafür haben wir in anderen Bereichen Kompetenzen. Genau das macht die Düsselschmiede aus: Wir ergänzen uns.

Da wir uns diesen Herausforderungen stellen, liegt unsere Aufgabe darin, neue und hilfreiche Innovationen zu schaffen, die das Leben und den Alltag hier in Düsseldorf vereinfachen oder sogar verbessern. Zusätzlich wollen wir eine Plattform für Start-ups sein, die ähnliche Ziele wie wir verfolgen. Kein Start-up würde automatisch zur Rheinische Post Mediengruppe kommen, weil sie in uns keinen Innovations-Weltmeister sehen. Ein junger Mensch mit guter Idee hat weder den Zwang zur Rheinische Post Mediengruppe zu gehen, noch zu den Stadtwerken oder zum Flughafen – zu keinem von uns. Wenn Start-ups aber wissen, dass da ein großer Verbund in einer großen Wirtschaftsregion ist, der sich letztendlich für die Themen öffnet, haben wir Hoffnung, dass diese zu uns kommen.

Wenn wir uns mal die Statistik anschauen: 9 von 10 Start-ups scheitern, weil sie nicht die entsprechende Grundmasse haben, um erfolgreich zu sein. Das beste Beispiel im Kontext der Düsselschmiede ist die Mitfahrplattform auf Basis einer App, an welcher wir derzeit  mit einem Start-up arbeiten. Sie soll ein Angebot für Mitarbeiter sein, um innerhalb eines Unternehmens Fahrgemeinschaften gründen zu können, Fahrten zu bündeln und so den Berufsverkehr etwas entschlacken. So eine App braucht genau diese Mitarbeiter. Im erweiterten Umfeld der Düsselschmiede haben wir gemeinsam mit allen fünf Unternehmen rund 10.000 Mitarbeiter. Wenn allein 10% dieser 10.000 Mitarbeiter diese App nutzen, dann hat das Start-up sofort eine Grundmasse, die es niemals alleine so schnell erreichen könnte.

Zusammengefasst möchten wir mit der Düsselschmiede Düsseldorf durch Innovationen bewegen und wichtige und relevante Themen angehen.

Was bedeutet es für Sie persönlich, ein Teil der Düsselschmiede zu sein?

Mir persönlich bedeutet das sehr viel. Wir haben zusammen die Düsselschmiede gegründet, um Düsseldorf zu bewegen. Wenn genau diese Intention dann auch bei den Bürgern ankommt, ist das  klasse! Ich freue mich jedes Mal, wenn ich positive Rückmeldungen bekomme. Das finde ich einfach großartig. Ich muss aber auch sagen, dass mich immer neue Themen und Projekte angetrieben haben. Gerade bei der Düsselschmiede finde ich es schön, zu sehen, dass so viele junge Leute aus verschiedenen Unternehmen und Branchen gemeinsam  an einem Projekt arbeiten, weil sie zusammen etwas bewegen wollen. Das ist toll!

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