route D – ein Interview mit Wolfram Uerlich

In den Innenstädten werden die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub massiv überschritten. Folgen sind Diesel-Fahrverbote oder – wie bei uns in Düsseldorf – die Einführung von Umweltspuren. Doch das alleine reicht nicht aus, um lange Staus und den Verkehr zu reduzieren. Das Start-up goFLUX hat rechtzeitig die Problematik erkannt und eine Mitfahrapp für Kurzstrecken entwickelt, um Emissionen zu reduzieren. Gemeinsam mit dem Düsselschmiede-Partner Stadtwerke Düsseldorf hat das Start-up eigens für den Großraum Düsseldorf die Mitfahrplattform „route D“ entwickelt. Geschäftsführer Wolfram Uerlich verrät euch im Interview alles über die neue Mitfahrplattform.

Wie kam es zu der Idee, goFLUX zu gründen?

Entstanden ist die Idee, auch auf Kurzstrecken eine Mitfahrgelegenheit anzubieten, schon vor einigen Jahren aus einer persönlichen Erfahrung. An eine Situation kann ich mich noch sehr gut erinnern. Die Busse an der Uni Köln sind zu den Stoßzeiten meistens so voll, dass nicht alle Studenten Platz finden. Da ich auf den Bus angewiesen war, kannte ich die Situation sehr gut, nicht mehr in den Bus zu kommen und auf den nächsten warten zu müssen. Während ich wartete, fielen mir die vielen Autos auf, die an mir vorbei fuhren. Ich habe aktiv in die Autos geschaut und gesehen, dass fast alle Autos nur von einem Fahrer besetzt waren – es waren in der Regel also immer Plätze frei. Meine Freunde und ich haben oft Mitfahrgelegenheiten für Langstrecken genutzt, wie zum Beispiel von Köln nach München. Wir kannten das Prinzip und haben oft davon profitiert. Als ich die vielen leeren Autos sah, stellte ich mir erstmalig die Frage, warum geht das, was auf Langstrecken funktioniert, nicht auch auf Kurzstrecken? Das war quasi der Startschuss von goFLUX.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Wir haben eine klassische Mitfahrplattform erstellt. Das heißt, Menschen, die mit dem privaten PKW unterwegs sind und in der Regel ein bis vier freie Plätze haben, können diese Plätze für andere Reisenden anbieten. Bei unserer Vorrecherche ist uns besonders aufgefallen, dass der Organisationsaufwand so gering wie möglich gehalten werden muss. Wenn wir fünf bis zehn Minuten brauchen, um eine Kurzstrecke von zum Beispiel zehn Kilometern zu organisieren, verzichten wir eher auf den Aufwand und man fährt alleine los. Daher galt für uns: Die App muss so schnell und so einfach wie möglich zu handhaben sein. Wir möchten mit goFLUX die vorhandenen Ressourcen, die täglich tausende Menschen nutzen, sinnvoll verwenden und den Verkehr dadurch sogar reduzieren.

Ihr habt mit dem Düsselschmiede-Partner Stadtwerke Düsseldorf eine separate Mitfahr-App entwickelt. Wie kam es zu dem Kontakt mit den Stadtwerken Düsseldorf?

Wir sind schon in den ersten Monaten unseres Bestehens mit den Stadtwerken Düsseldorf in Kontakt gekommen. Der Initiale Kontakt ist tatsächlich durch die Start-up Woche in Düsseldorf erstanden. Ab da haben wir uns sehr intensiv ausgetauscht und gemeinsam „route D“ entwickelt. Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, unsere Stärken mit den Stadtwerken zu kombinieren und für Düsseldorf mit „route D“ ein Produkt auf den Markt zu bringen, welches auf der goFLUX-Technologie basiert.

Du erwähntest bereits die entwickelte Mitfahr-App ,,route D“. Wie funktioniert die App, wer kann sie nutzen und inwiefern unterscheidet sie sich von goFLUX?

Da uns vor allem die Schnelligkeit und die Einfachheit am Herzen liegen, haben wir diese Kriterien auch bei „route D“ berücksichtigt. Fahrten können in nur 15 Sekunden einfach organisiert werden – spontan oder geplant. Der Fahrer bietet seine Fahrt an, die dann ganz einfach gebucht werden kann. Mit Hilfe eines automatisierten Algorithmus werden der Treffpunkt und der Fahrpreis bestimmt. Sowohl der Fahrer als auch der Mitfahrer profitieren von einer fairen Kostenteilung pro gefahrenem Kilometer. Auch der Treffpunkt liegt an verkehrssicheren Orten entlang der Route und ist ohne große Umwege erreichbar. Der Unterschied zwischen goFLUX und „route D“ ist, dass „route D“ ausschließlich für Düsseldorfer Unternehmen zur Verfügung steht. Wir kennen, denke ich, alle das Phänomen, dass wir oft gar nicht wissen, wie viele Mitarbeiter in der gleichen Stadt oder sogar in der benachbarten Straße wohnen. „route D“ soll daher nicht nur die Mitarbeiter zusammenbringen, sondern die Unternehmen können auch gemeinsam einen guten Beitrag zur Verbesserung der Luft in Düsseldorf leisten und den Verkehr reduzieren.

Die Stadtwerke Düsseldorf sind ein Teil der Düsselschmiede. Inwieweit unterstützen euch die Düsselschmiede-Partner bei dem Projekt „route D“?

Die Mitfahr-App „route D“ startet mit den Düsselschmiede-Partnern. Die Partner der Düsselschmiede haben dabei die Chance, „route D“ in ihrem Unternehmen zu etablieren und dadurch einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Luft in Düsseldorf zu leisten.

Wenn wir dein Interesse geweckt haben und du mit deinem Unternehmen auch Teil von „route D“ werden möchtest, kannst du dich gerne bei uns melden.

© Düsselschmiede

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